1634: niederländische Musik aus China  

Ein Kammermusikprogramm für 5 Musiker

Werke von

Adriaen Valerius (1570-1625)
Nicolet Vallet (1575-1626)
Tobias Hume (1569-1645)

Jacob van Eyck (1590-1657)
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621)
Dirk Rafaelszoon Camphuysen (1586-1627)
Anonymous (Mitte 17. Jahrhundert)

Bariton, Blockflöte, Viola da Gamba,

Laute, Virginal

Von 1624 bis 1662 gab es auf der Insel Formosa, heute Taiwan, eine Kolonie der niederländischen Ostindien-Kompanie. Eigentlich war eine Siedlung auf dem Festland vorgesehen gewesen, was jedoch von den Autoritäten verboten worden war. Gemälde und Holzblockdrucke zeigen, dass die Kolonie aus einer Festung, einem Zollhaus und einer prächtigen Kleinstadt bestand. Eine gut besuchte Handelsstadt ohne Musik ist schwer vorstellbar; wahrscheinlich haben die Siedler, Kaufleute, Matrosen und Soldaten gelegentlich Lieder und Instrumentalmusik aus ihren Heimatländern gesungen und gespielt.

In jener Epoche waren die verwendeten Instrumente oftmals nicht fest vorgegeben;

man spielte auf allem, das vorhanden war.

In unserem Konzert verwenden wir drei der am häufigsten vorkommenden Begleitinstrumente jener Zeit: die Laute, die Viola da Gamba und das Virginal. 

Eine der wichtigsten damaligen niederländischen Musiksammlungen war der "Nederladtsche Gedenck Clanck". Adrianus Valerius, ein Dichter und Komponist, hatte in diesem Buch viele patriotische Lieder und Gedichte zusammengetragen. Darunter gibt es manche, die noch heutzutage gesungen werden: "Wilhelmus van Nassouwe" ist im Laufe der Jahrhunderte die Nationalhymne der Niederlande geworden und "Wilt Heden Nu Treden" wurde bis in das 20. Jahrhundert in Deutschland unter den Titeln "Wir treten zum Beten" oder "Altniederländisches Dankgebet" bei Hochzeitsfeiern gesungen.


©2017 Christopher Berensen