So frag ich nichts nach Himmel und Erden

Kantaten und Instrumentalwerke für 6 Musiker

Werke von

Dietrich Buxtehude (1637-1707)

Johann Rosenmüller (1619-1684)

Antonio Vivaldi (1678-1741)

Johann Ernst Bach (1722-1777)

Carl Philipp Emannuel Bach (1714-1788)

Sopran, 2 Violinen, Violoncello,

Theorbe, Cembalo

 

Die deutschstämmigen Komponisten der 17. und 18. Jahrhunderte glaubten an (angeblich) wissenschaftlich beweisbare Kompositonsmethoden, deren Resultate die Zuschauer prägen und beeinflussen sollten. Die geistlichen Werke die in diesem Programm vorgestellt werden sind gute Beispiele dafür: hier wurde die Wirkung jedes Tons und jedes Rhythmus auf maximale Berührung und Überzeugungskraft zielend durchkalkuliert. Auch Komponisten am Ende des 18. Jahrhunderts wie Carl Philipp Emanuel und Johann Ernst Bach, waren noch von dieser Doktrin beeinflusst. Zu der selten aufgeführte Sonate von Johann Ernst Bach gehören die heftigen Affekte der sogenannten Sturm-und-Drang-Bewegung. Im Kontrast zu diesem kontrollierten Chaos besteht die zweite Hälfte dieses Konzertes aus Musik die dem Wohlfühlen dient:

So zählen Sonaten für Violoncello von Antonio Vivaldi zu seinen intimsten und redegewandtesten Werken; unter ihnen ist die Sonate in B-Dur RV 46 eine der allerschönsten. Zum Schluss ruft die Kantate "Perché son molli" eine berückenden Ahnung von Wärme und Offenheit wach, die wir mit dem Sommer assoziieren. Allerdings ist diese Schönheit bittersüß, denn der Text ist im Gegensatz dazu tief tragisch - eine hochinteressante Probe der Ironie in der barocken Musik, einem Repertoire, dass manchmal ungerechterweise als emotional simpel verkannt wird.

©2017 Christopher Berensen